Wie koche ich einen Kräutertee?

 

Immer wieder wird vom „Tee trinken“ geschrieben oder gesprochen.

 

Was verbirgt sich dahinter und wie koche ich mir einen Tee? Wann trinke ich Tee und wie trinke ich Tee? Nutze ich frische Kräuter oder getrocknete Kräuter? Muss ich die Pflanzen waschen?

 

Solche Fragen haben sich bestimmt schon einige von Euch gestellt. Heute möchte ich beschreiben, wie mit frischen Kräutern Tee gekocht wird  und welche aktuellen Kräuter ich im April empfehle für den Hausgebrauch des Teetrinkens.

 

Viele Kräuter wachsen vor unserer Haustür und können frisch geerntet für einen Teeaufguß genutzt werden. Voraussetzung ist, dass ihr einen eigenen Garten habt oder bei Euren Spazierrunden die Flächen kennt, wo keine Hunde hinpinkeln.

 

Die gepflückten Pflanzenteile sollten kein Ungeziefer an sich haben. Sortiert alte Gräser aus und wenn sie sehr verstaubt sind, wascht die Kräuter. Ansonsten könnt ihr sie frisch nutzen. In Beschreibungen für Tees zur therapeutischen Anwendung wird bei der Mengenangabe von getrocknetem Kraut ausgegangen. Von den frischen Kräutern nutzen wir mehr Pflanzen, als wenn sie getrocknet sind. Getrocknete Kräuter sind leichter, da ja kein Wasser mehr enthalten ist.

 

1 gestrichener Teelöffel getrocknetes Kraut entspricht ungefähr 1 Esslöffel frischen Kraut. Die Art der Zubereitung wird auch Infus genannt. 1 Esslöffel frisches Kraut wird mit 150 – 200 ml (1 Tasse) kochenden Wasser übergossen und abgedeckt ziehen gelassen. Zarte frische Pflanzenteile brauchen nur 1 Minute  ziehen, bei gröberen Pflanzenteilen, wie geschnittene Wurzeln oder Blätter empfehle ich es 20 Minuten ziehen zu lassen. Abgedeckt soll der Aufguss werden, damit die ätherischen Öle nicht „an der Küchendecke kleben“, sondern über den Kondenstropfen wieder in die Tasse zurücktropfen können. Wenn wir uns eine große Trinkmenge kochen wollen und das mehr zum Durstlöschen anstatt der Medizinischen Wirkung nutzen, dann reichen 1 Esslöffel frische Kräuter auf 1 Liter und auch ein kurzes Ziehen.

 

Die wässrigen Auszüge (Tee) werden nicht gesüßt und sollten vor oder unabhängig von den Mahlzeiten getrunken werden. Am besten ihr trinkt morgens nüchtern den frischen Tee und über den Tag verteilt. Die frischen Tees regen auch sehr die Nierentätigkeit an. Unsere Nieren arbeiten am Vormittag auf Hochtouren und ruhen sich nachts aus. Deshalb ist es am besten am Vormittag zu trinken und schaut, dass ihr auch die Möglichkeit habt, auf Toilette gehen zu können, da die Ausscheidungen gerade mit dem Brennnesselaufguß angeregt werden.

 

Für den Hausgebrauch jetzt im Frühling empfehle ich Tee von frischen Kräutern. Uns steht zur Verfügung die Brennnessel, die Vogelmiere, der Löwenzahn, die Gundelrebe, das Gänseblümchen, der Giersch,die Schafgarbe…

 

Als grobe Regel sage ich immer, das was als Kraut gegessen wird, kann auch als Tee getrunken werden, oder umgekehrt.

 

Frische Heilkräutertees übertreffen die Tees aus getrockneten Pflanzen an Geschmack. Es ist einfach frischer! Grundsätzlich sagen wir in der Pflanzenheilkunde, dass ein Kraut nicht länger als 4-6 Wochen als Tee getrunken werden soll. Jedes Kraut gibt einen Reiz an den Körper und wenn der Reiz zu lange kommt, entwickeln wir Vergiftungserscheinungen. Es gibt auch Kräuter, die wir wirklich nur punktuell trinken sollen, z.B. Kamille.

 

Die Brennnessel hat frisch einen sehr angenehmen Geschmack und ist jetzt als Kur für 2 – 6 Wochen als täglicher Teeaufguss zu empfehlen. Sie ist der Klassiker  der frischen Frühjahresteekräuter. Siehe Ausführungen über die Brennnessel.

 

Unbekannter ist die Vogelmiere auch als Tee getrunken. Sie hat viele Mineralstoffe, nicht umsonst lieben es die Vögel so sehr. In der Chinesischen Medizin wird sie als Tonikum (Stärkung) beschrieben.

 

Gern empfehle ich auch den Gundermann oder Gundelrebe genannt. Sie leuchtet uns mit den bläulichen Blüten entgegen. Wir nutzen die ganze Pflanze. Ein Teeaufguss regt den Stoffwechsel an.

 

 

Vom Löwenzahn nutzen wir die Blätter und die geschnittene Wurzel. Er ist der Klassiker zur Leberanregung. Siehe Ausführungen zu Löwenzahn.